Das Bekleidungssyndikat zieht um

Es gibt Angebote, die auch wir nicht ablehnen können. Daher wird unser Lager – und damit auch der Lagerverkauf – ab Juni unter einer neuen Adresse zu finden sein. Wir ziehen nämlich in das Jugendzentrum unseres Vertrauens, das UJZ Korn. Damit ihr möglichst wenig von unserem Umzug gestört werdet, ziehen wir über das Pfingstwochenende um. Dann bleibt uns genug Zeit die ganzen kleinen Probleme zu beheben, die ein Umzug so mit sich bringt.

Der Lagerverkauf wird in der Woche nach Pfingsten (29.Mai-1.Juni) nicht stattfinden. Ab der ersten Juni-Woche sind wir dann mit neuen Öffnungszeiten wieder für euch da. Wir schicken, sobald sich der Staub etwas gelegt hat, in einem Sondernewsletter alle wichtigen Infos Anfang Juni nochmal rum.

Vormerken könnt ihr euch aber, dass Ende August das traditionelle Korn Hoffest stattfinden wird. Dann werden wir natürlich auch eine „Tag der offenen Tür“ haben. Es gibt dann übrigens nicht nur das vierte Jahr des Bekleidungssyndikat zu feiern, sondern auch den 40. Geburtstag der Korn.

Das ist natürlich nicht alles und es gibt im fünften Newsletter noch einige Neuigkeiten mehr.

Passend zum 1.Mai…

…gibt es interessante Anmerkungen im Theorieorgan des linken Flügels der SPD – der Aprilausgabe der „Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte“. Dort heißt es zum Thema Krise: „Wenn verantwortliche Opposition nichts mehr nützt, was ist dann mit unverantwortlicher Opposition? Vielleicht passiert etwas, wenn die Leute einfach immer wieder Steine schmeißen?“ Wir lassen es mal stehen, ob das als Metapher gemeint ist und verweisen mal darauf, dass ja die Teilnahme an den Aktionen und Demonstrationen am 1.Mai schon mal ein guter Anfang ist.

Wir fangen auch wieder neu an und werden mit dem Lager umziehen – dazu mehr in unserem Newsletter.

Das BKS unterwegs

Samstag in einer Woche sind wir mal wieder „außerhalb“ unterwegs. Wir schaffen es immerhin bis zum Steintor auf den Vegan Spring.

Mehr Infos zum Rahmenprogramm findet ihr hier: www.veganspring.org

Equal Pay Day…

ab heute haben Frauen das gleiche verdient, wie ihre männlichen KollegInnen. Immer noch verdienen Frauen nämlich rund 23% weniger. Das liegt nicht nur daran, dass klassische Frauenberufe schlechter bezahlt sind. Auch bei gleicher Leistung existiert die Gender Gap in der Bezahlung. Aber zum Glück gibt es ja sowas, wie Geschlecht gar nicht, dann sind die „frauen“ wohl nur fauler als die „männer“? Daher wird wohl Schlecker auf keine Bürgschaft erhalten, während andere insolvente Konzerne gleich Kredite bekommen haben – aber bei Opel, Conti oder Holzmann arbeiten ja auch überwiegend Männer…

Wenden wir uns daher besseren Nachrichten zu:

Der dritte Newsletter des Bekleidungssyndikats 2012 wartet diesmal mit vielen neuen Brands und einigen nachgelieferten Klamotten auf. Außerdem gibt es auf unserer Seite wieder neue Angebote und auch die Spenden-Kampagne hat eine neue „Organisation des Monats“ Alles praktisch zusammengefasst in unserem Newsletter, den ihr hier findet.

Das Bekleidungssyndikat beim FairTrade-Award

Es ist schon etwas außergewöhnlich nach Berlin zu fahren und zwar nicht mit einem vollgepackten Auto, weil wir wieder einen Stand machen. Aber eine Einladung zur Verleihung des FairTrade-Awards 2012 konnten wir nicht abschlagen. Kurz zusammengefasst: Das vegan/vegetarische Essen war sehr bescheiden für ein Nobel-Hotel und die Verleihung an Lidl hat bei uns am Tisch für Sprachlosigkeit und Buh-Rufe gesorgt.

Aber vielleicht etwas ausführlicher.

Das Ambiente war dem Anlass entsprechend gewählt, ein nobles Hotel direkt beim KaDeWe um die Ecke. Schließlich wurden nicht einfach nur die Preise für den FairTrade-Award verliehen. Die Veranstaltung war auch Teil des 20-jährigen Jubiläums von FairTrade Deutschland.

Gnadenlos underdressed wurden wir bereits von KellnerInnen mit Sekt, Saft und Wasser empfangen. Unter den gut 200 Gästen vielen wir aber trotzdem nicht weiter auf. Der Saal selbst war entsprechend festlich gedeckt und mit Blumen geschmackvoll dekoriert. Das viele Besteck und die Menge an Gläsern irritierte zum Glück nicht nur uns.

Die Vorspeise – Fingerfood von „mit Fisch“ bis vegan – war stylisch und lecker. Die Getränke kostenlos und es gab sogar Bier (auch alkoholfrei). Die anderen Leute am Tisch waren nett. Von daher alles bestens, um einen schicken Abend zu verbringen. Leider war der erste Dämpfer der Hinweis im Programm, dass Lidl sich nicht nur um den Preis beworben hatte, sondern es sogar unter die letzten drei geschafft hatte. Aber, wie gesagt, die Leute am Tisch waren nett und von dort kam sofort der Vorschlag, wenn Lidl was gewinnt wird gebuht.

Nach dem Fingerfood und einem guten Salat, samt sehr leckerem Magarine-Blätterteiggebäck, kam es dann zu den Preisverleihungen. Moderiert von Anke Engelke, die es immer wieder verstand zwischen lockerem Plauderton und ernster Ankündigung hin und her zu wechseln. Natürlich wurden die obligatorischen Reden gehalten und der Vertreter von FairTrade Afrika war mit seinem an Hawaii-Hemd ähnlichem Polo ähnlich underdressed, wie wir.

Die PreisträgerInnen und Bilder der Verleihung sind übrigens hier zu finden.

Als dann Lidl tatsächlich sogar den zweiten Platz machte, gab es nicht nur sehr verhaltenen Applaus, sondern auch, wie verabredet Buh-Rufe von unserer Seite. Die Verleihung an Lidl blieb auch in den Medien nicht unkommentiert – kritisch wird darüber bei NDR-Info und taz berichtet. Es ist wie bereits beim Beginn der Zusammenarbeit von Lidl und FairTrade Deutschland, die Frage, wie weit Standpunkte aufgeweicht werden, um eine Idee weiter in den Mainstream zu tragen.

Für uns jedenfalls ist nicht nur eine fairer Umgang im Handeln mit dem globalen Süden wichtig, sondern auch korrekte Arbeitsbedingungen im globalen Norden und da hat Lidl sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Von den Bedingun­gen in den nicht fair zertifizierten Waren ganz zu Schweigen.

Und weil wir gerade beim Meckern sind: das vegan/vegetarische Hauptgericht war ein Witz. Beilagenteller hätte besser gepasst. Ein Haufen Weichweizen, einige bissfest Möhrenscheiben und einige unmotivierte Spinatblätter alles kurz in einem Würzöl geschwenkt – da gibt es in jedem Steakhaus einfallsreicheres veganes Essen!

Von daher haben wir zum Dessert unsere Getränke geleert und sind dann gegangen…